Ein Hindernis darf dich nicht stoppen – nur herausfordern

Ein Hindernis darf dich nicht stoppen – nur herausfordern

Leider haben wir Deutschen ja innerhalb unserer Landesgrenzen und auch darüber hinaus einen gewissen Ruf als Quengler. Wir sehen viele Dinge negativ, beschäftigen uns vor allem mit den Nachteilen und sind doch gelinde gesagt im Durchschnitt etwas anstrengend was das Thema angeht. Ich werde den Teufel tun und mich aus dieser Masse ausschließen, aber ich glaube ich habe einen Vorteil: ich weiß darum! Wenn sich also wieder irgendeine ungünstige Fügung in der Form eines Hindernis in meinem privaten oder beruflichen Alltag ergibt und ich diese bemerke, weiß ich was üblicher Weise dann kommt. Aber ist das wirklich klug?

Nimm die Dinge, wie sie sind – WENN du sie nicht ändern kannst

Sofern du nicht täglich über die Zeitzone springst hat dein Tag genau so wie meiner 24 Stunden. Gehen wir mal vom Durchschnitt aus, dass wir am Tag 8 Stunden schlafen. So verbleiben uns 16 Stunden eines wachen Erlebnisses, das wir an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Menschen verbringen. Während dieser Zeit gibt es immer wieder Situation, die nicht unbedingt dem entsprechen, was wir uns erwünscht haben.

Das kann vieles sein. Beim Mittagessen klingelt das Telefon und das Essen brennt an. Auf dem Weg nach Hause gewinnst du einen Stellplatz im Stau. Du freust dich auf ein Glas Wein und stellst fest, dass die Flasche leer ist. Ein früher Feierabend ist geplant, bis dein Chef um die Ecke kommt.

So – oder so ähnlich dürfte es jeder von uns schon erlebt haben. Vermutlich könntest du die Liste nun auch um eine Menge Einträge ergänzen. Das sind dann nämlich die Dinge, die dir im Alltag wiederfahren sind. Nun aber zu meiner Frage, die ich an dich richten möchte: Welche der täglichen Hindernisse kannst du ändern?

Kannst du einen Stau verhindern?

Nein, vermutlich verfügst du nicht über die Kräfte wie Jim Carrey in „Bruce Allmächtig“. Dort teilt er angelehnt an die Bibelpassage um Moses den Verkehrsstau nach links und rechts und hat freie Fahrt. Cooler Gag, aber nicht realistisch. Also, Stau verhindern funktioniert nicht. Du kannst lediglich, wenn du früh genug Bescheid weißt, den Stau umfahren. Verhindern kannst du ihn aber nicht. Warum regen wir uns denn dann aber auf, wenn wir im Stau stehen? Glaubt man den Studien verschiedener Zeitschriften und Institute, löst das Verweilen im Stau für viele Menschen ein hohes Stresslevel aus. Geht dir das auch so?

Wir müssen uns nicht darüber streiten, dass ein Stau doof ist und Zeit kostet. Aber wie viel Sinn macht es sich in einer Situation über die Situation aufzuregen, wenn diese nicht geändert werden kann? Auch wenn der eine oder andere meint, dass Hupen ein probates Mittel ist oder das lautstarke Aus-dem-Fenster-brüllen hilft, glaube ich nicht daran. Zusätzlich ist es wissenschaftlich gleichermaßen fraglich ob das Verhalten zum Erfolg führt. Also, warum?

Warum nehmen wir das sich vor uns aufbauenden Hindernis nicht einfach gelassen hin? Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht dafür zu sorgen, dass ich gelassen bleibe. Daran ist sicher auch mein damaliges Arbeitsleben bei der Feuerwehr mitverantwortlich. Dort habe ich schnell lernen müssen, in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Früher hatte ich 1000 Dinge und Abläufe im Kopf um Menschen in Not zu helfen, das hält einen auf Trab.

Heute kommt das nur noch selten vor, deswegen versuche ich mich einfach mit schönen Dingen abzulenken. Podcasts oder Hörbüchern anhören ist mir sehr lieb, aber gerne telefoniere ich in dieser Situation auch. Kunden, meine Frau oder meine Kollegen – es gibt immer einen Termin, den ich versuchen kann vorzuziehen. Oder ich melde mich einfach mal wieder und frage nach dem Rechten.

Schwarze Wände sehen sch!°“§$% aus!

Kennst du die Schwarzmaler? Sie gehen in jede x-beliebige Situation, packen den Farbeimer aus und malen alle Wände, Decken und auch gerne den Fußboden schwarz an. Nach getaner Arbeit sind sie stolz auf sich, haben aber vollkommen die Orientierung verloren, wo der Ausgang ist. Wer fühlt sich denn in einem vollkommen schwarzen Raum wohl? Ein derartiges Design wird wohl weitestgehend mit schlechten Merkmalen verbunden, weshalb sich ein Wohlsein nicht einstellen wird.

Ich versuche eine Situation, in der ich mich befinde, möglichst neutral zu bewerten. Dazu gehört vor allem, dass ich mich frage, was ich daran ändern kann. Gefällt mir ein Raum nicht, steht es mir frei die Tür zu nutzen und zu gehen. Alternativ dazu könnte ich mir überlegen, wie ich die gegebene Situation an meine Wünsche und Anforderungen anpasse. Doch aber nicht mit schwarzer Farbe! Ich könnte die Wände bunt machen, die Möbel anders stellen oder mir Bilder an die Wand hängen. Darauf habe ich Einfluss, aber nicht darauf wie die Wände gestellt sind.

Beenden wir das Farb-Spielchen

Mein metaphorisch, farblicher Ausflug sollte dir vor allem zeigen, was du an einer Situation wahrnehmen solltest und was nicht. Die Dinge die du nicht ändern kannst, sollten deine Laune und dein Wohlsein nicht herunter ziehen. Und die Teile einer Situation, die du ändern kannst, solltest du so ausrichten, dass sie zu deinem Vorteil sind. Und doch nochmal zurück zu den Farben: Bist du gezwungen einen Raum zu wählen, dessen Schnitt oder Positionierung der Fenster dir nicht gefällt, kannst du daran nichts ändern. Es wird aber in jedem Fall nicht besser und erträglicher, wenn du dann noch alles schwarz anmalst.

Das Gleiche gilt für den Stau. Was interessiert es den Stau, wenn du hupst? Damit potenzierst du lediglich den Ärger der anderen, aber dein Problem wird nicht gelöst. Insofern schaffe dir von vorne herein Möglichkeiten, die Situation anzupassen. Mein Ruhepuls im Stau ist im absoluten Normbereich, während scheinbar statistisch bei den anderen Stau-Kollegen im Auto der Blutdruck durch die Decke geht. Mir ist nicht bekannt, dass irgendein Stau sich bis heute nicht aufgelöst hat. Dir vielleicht? Es dauert ein paar Stunden und vielleicht auch mal einen ganzen Tag, aber es geht vorbei. Folglich solltest du die Zeit produktiv nutzen und sie vor allem als Geschenk sehen. Du hast sie vollkommen für dich alleine.

Verkleinere die Hindernisse und Berge, die sich dir in den Weg stellen

Durch das Schreiben meiner Blogbeiträge neuerdings merke ich erst, wie sehr mich Sprüche, Zitate und andere Posts auf sozialen Kanälen beeinflussen. Hier fällt mir nämlich direkt wieder einer ein:

„Mit den Steinen, die mir vor die Füße geworfen wurden, habe ich meinen Weg gepflastert“.

Und genauso versuche ich mich immer und immer wieder einzustellen. Über einen Stein kann man stolpern, aber genauso gut kann man daraus was bauen.

Die Hindernisse, die sich mir auf meinem Weg zum papierlosen Büro, aufgetan haben, erschienen im ersten Moment unüberwindbar. Natürlich hätte ich hier manchmal am liebsten die schwarze Farbe genommen und los gelegt. Aber wem hätte es genutzt und wem geschadet? Also habe ich die Situation wirken lassen und für mich selbst analysiert. Wo ist das Gute? Wo finde ich in der Situation meinen Vorteil beziehungsweise wie kann ich sie zu meinen Gunsten nutzen?

Unser ganzes Leben besteht aus Hindernisse, Bergen, Prüfungen und Staus – warum nutzen wir denn nicht einfach die Zeit und machen das Beste daraus? Wer sich darauf einstellt und vorsorgt, wird die Zeit sehr produktiv nutzen können. Das Leben will uns in dem Moment nicht stoppen, sondern lediglich herausfordern und prüfen. Nimm das doch einfach an und zeig dem Hindernis, wie du darauf reagieren kannst.

Begrüße Situationen mit offenen Armen

Ich hab dir in einigen vergangenen Beiträgen schon mehrfach geschrieben, dass ich der Überzeugung bin, dass wir diejenigen sind, die unseren Weg gestalten können. Wir machen die Dinge wichtig, die uns wichtig sind – und niemand anderes. Wir fragen Dinge, die wir wissen wollen, ohne dabei Rücksicht darauf zu nehmen, was andere von uns denken. Wie schon in meinem ersten Artikel zur Lebensqualität geschrieben habe ich es mir zur täglichen Herausforderung gemacht die Dinge möglichst positiv für mich zu sehen. Und im Zweifel muss ich ein Hindernis dann ein paar Mal drehen und wenden, bevor ich das Positive darin gefunden habe.

Egal was du in deinem Leben beruflich oder privat angehst, solltest du dich nicht von Hindernissen irritieren lassen. Diese sind halt da und sie werden dort auch immer sein. Die Höhe eines Hindernisses oder auch den Umfang bestimmst aber ausnahmslos du selbst. Du kannst die schwarze Farbe nehmen und mit dem Malen beginnen. Genauso gut könntest du aber einen Weg suchen, wie du aus dem Hindernis etwa Vorteilhaftes für dich machst.

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