Paperless-Challenge als Herausforderung – warum eine 30 Tage Challenge besser ist als jeder gute Gedanke

Paperless-Challenge als Herausforderung – warum eine 30 Tage Challenge besser ist als jeder gute Gedanke

Hast du meinen letzten Paperless Pioneers Podcast Folge 65 mit Jens Trinter gehört? Wenn nicht, bist du herzlich eingeladen das noch nachzuholen. Solltest du dazu gerade keine Zeit haben, möchte ich dir die Geschichte mit der Challenge kurz erklären.
Jens und ich sind beide Verfechter des papierlosen Büro. Leider funktioniert das in unserer Umwelt aber noch nicht so, wie wir es wollen. Und das wiederrum ist der Grund weswegen es bei uns nicht immer funktioniert. Diesen Umstand wollen wir zum Anlass nehmen uns selbst wieder in die richtige Bahn zu setzen.

Wie challengen wir uns denn genau?

Im Rahmen der Challenge setzen wir uns selbst unter den Druck, dass wir möglichst papierlos arbeiten. Dabei ist sicherlich auch unsere eigene Arbeit gemeint, aber eigentlich steht unser Umfeld viel mehr im Vordergrund. Während der Challenge wollen wir versuchen nach Möglichkeit keine Papierbelege aus unternehmerischen Tätigkeiten annehmen zu müssen.

Das ist erst einmal eine harte Nuss, denn speziell im stationären Bereich gibt es doch noch viele Dienstleister, für die papierlos lediglich bedeutet, dass der Drucker leer ist. Stell dir einmal vor ich brauche neue Bleistifte oder ein Radiergummi für mein Büro. Vermutlich käme ich nicht auf die Idee eine Online-Bestellung dafür bei irgendeinem Schreibartikel-Zubehör-Shop zu machen. Zu klein ist der Warenkorb, als das ich dort noch einige Euro Versandkosten bezahlen möchte. Also werde ich in den Schreibwarenladen um die Ecke gehen, mir dort ein Bleistifte und ein Radiergummi kaufen und wieder ins Büro gehen wollen.

Und was passiert an der Kasse? Die böse Kassenkraft wird mir vermutlich einen Kassenzettel als Beleg anbieten, der auf Papier gedruckt ist. Und genau das wollen wir in der Challenge ja nicht. Nun denn, eigentlich besteht die Challenge ja daraus, andere Unternehmer für unseren papierlosen Weg zu begeistern und die Möglichkeiten zu erkunden, die sich einem so bieten. So wäre es eine Idee, die wir auch im Podcast besprochen, bei einer Kartenzahlung den Beleg an ein Fach per Mail zu schicken, das dem Konto angehängt ist. Und von dort könnte man den digitalen Beleg dann entsprechend in sein Archiv befördern und dort verwalten.

Apropos: für jeden angenommenen Papierbeleg müssen wir 10 Cent in den Topf einzahlen und 50 Cent für jeden Beleg, den wir danach behalten müssen.

Warum denn eine Challenge?

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Und diese leben, wie es der Name schon sagt, immer nach ihren Gewohnheiten. Darunter versteht man in dem Moment vor allem Verhaltensweisen, die „eingeschliffen“ sind. Sie laufen nach einem bestimmten Zeitraum im Unterbewusst halbautomatisch ab, ohne dass wir besonders viel dafür tun müssen.

Bei vielen ist es also eine Gewohnheit geworden gar nicht mehr zu hinterfragen, warum wir einen Papierbeleg bekommen. Das ist dann einfach so und wir akzeptieren ist. Wir hingegen wollen wach rütteln und daran erinnern, dass dieses Verhalten nicht in Stein gemeißelt ist. Nur weil sich etwas zur Gewohnheit entwickelt hat, bedeutet das nicht automatisch, dass es a) gut ist und b) nie wieder geändert werden könnten. Die großen Erfindungen der heutigen Zeit basieren ja alle auf dem Gedanken, den jemand mal durchdacht hat, dass es auch irgendwie anders gehen muss.

Insofern wollen Jens und ich mit dieser Challenge uns selbst zeigen, dass das Thema papierlos arbeiten und ein papierloses Büro zu führen brandaktuell ist und es genau der revolutionäre Gedanke ist. Wenn niemand die Kassenkraft beim Discounter fragt, ob es den Beleg auch papierlos gibt, wird vermutlich auch niemand je auf die Idee kommen. Stellt sich jemand aber auf die Hinterbeine und findet eine technische Lösung dafür, wird der Herr Marktleiter oder Bezirksleiter von dem Discounter-Fachmarkt große Ohren kriegen. Er kriegt sie in dem Moment vor allem, weil er sich das Papier und den Drucker sparen kann und damit vor allem Geld spart.

Challenge your life – warum jede Challenge gut ist

Du siehst schon, eine Challenge oder Herausforderung hat für mich eine bestimmte und wichtige Bedeutung. Poetisch könnte man sagen, dass ich das vor allem deswegen gerne mache, weil es mich aus meinen rosaroten-Prinzessin-auf-der-Erbse-Träumen reißt. Ich bin mir sehr sicher, dass ich die Idee sofort gut fände. Ich würde den Beginn der Umsetzung aber immer wieder hinaus schieben und verschieben, bis ich in die Rente eingetreten bin. Dem stehen also kein Schmerz und keine Konsequenz entgegen.

Zudem sind solche Challenges manchmal auch ansteckend, kurz nach der Episode mit Jens hat sich Enrico bei mir gemeldet, dass er bitte direkt mitmachen möchte und die Idee genial findet. Wie du siehst, mit mehreren werden die Ergebnisse auch spannender und es entsteht schnell eine Gruppendynamik.

Super als Vergleich finde ich an der Stelle immer wieder den ersten Januar eines jeden Jahres. Jeder, aber auch wirklich jeder, fasst sich am Silvesterabend laut oder leise gewisse Vorsätze.

  • Der Job soll gewechselt werden
  • Ich will umziehen
  • ein bestimmtes Urlaubsziel endlich besuchen

und natürlich die Klassiker:

  • Abnehmen
  • Mehr Sport
  • Mit dem Rauchen aufhören

Und am ersten Februar? Was ist da? Meistens ist da bereits Essig und die meisten der Vorsätze sind vergessen. Woran liegt das? Daran, dass wir das Ziel nicht mit ausreichend Schmerz und Passion versehen haben. Mach dir doch mal den Spaß und frag Silvester nach Wetten. Sagt jemand, dass er oder sie abnehmen möchte, mehr Sport machen will oder das Rauchen sein lassen möchte, biete einen Betrag, den du dagegen setzt. Auf einmal bekommt die Dimension „Herausforderung“ eine ganz neue Bedeutung: es geht um Geld. An der Stelle: mach es bitte nicht! Es ist einerseits rechtlich nicht sauber und zudem stehst du in solchen Fällen auf der Verliererseite.

Wann aus einem Vorhaben eine Gewohnheit wird

Eine Studie der European Journal of Social Psychology sagt, dass Wir Menschen im Durchschnitt rund 66 Tage benötigen um eine neue Gewohnheit einzuführen. In dem Versuch, dessen Ergebnisse unter dem Titel „How are habits formed: Modelling habit formation in the real world“ nachzuschauen sind, haben sich 96 Versuchspersonen eine Tätigkeit ausgesucht, die sie von nun an täglich machen wollten. Hierbei ging es vor allem um Bewegung und Ernährung, aber das Beispiel ist auf alle Bereiche übertragbar.

Übringens: Merlin hat dazu mal einen tollen Artikel hier im Blog geschrieben, wo er noch tiefer darauf eingeht, wie du dir eine neue Gewohnheit aneignen kannst. Prädikat: Lesenswert!

Je nach Veranlagung der Menschen dauerte es zwischen 39 und 128 Tagen, bis die Teilnehmer davon berichteten, dass es nun automatisch abliefe. Der Mittelwert lag bei 66 Tagen, bis aus einer Herausforderung eine Gewohnheit wurde. Die Studie stammt aus dem Jahr 2009. Und wenn du dir einmal die vielen Fitness-Programme auf dem Markt anschaust oder auch Online-Kurse, in denen du etwas lernen kannst – sehr viele werden als 10-Wochen-Programm ausgewiesen. Und jetzt rechne mal und erkläre mir, dass das kein Zufall ist.

Stelle dich regelmäßig Herausforderungen um weiter zu kommen

Ich habe es mir angewöhnt mich selbst mehrfach pro Jahr verschiedenen Herausforderungen zu stellen. Das passiert mal so präsent wie jetzt mit Jens über den Podcast. Andere Mal mache ich das aber auch vollkommen selbst mit mir aus. Eine Challenge sollst du ja nicht deswegen machen, um dich präsentieren zu können. Vielmehr geht es, wie bei uns auch, darum einen Umstand heraus zu fordern.

Jedes Mal wenn wir uns selbst herausfordern passiert es, dass wir unseren Horizont erweitern. Würden wir es jedoch nicht tun, bliebe unser Rahmen der gleiche und wir bleiben „im alten Trott“. Das ist das was mich immer wieder reizt: ich will neue Dinge erfahren. Und ich will meinen Horizont damit erweitern.

Meine Empfehlung: komm ins Tun

Ich kann dir aus meiner Erfahrung heraus wirklich nur empfehlen dich regelmäßig zu challengen. Damit verhinderst du aus meiner Sicht, dass du in deiner Komfortzone versackst und nichts Neues mehr siehst. Es geht ja nicht darum, dass du in einem Jahr ein Sixpack bekommst, deinen ersten Marathon läufst, ein Haus baust und den Job wechselst. Unsere Papierbelegs-Challenge zeigt schon doch, dass die Dimension deutlich kleiner sein darf. Wichtig ist nur, dass sie Auswirkungen hat.

  • Stehe jeden Morgen 30 Minuten früher auf
  • Lies ein Buch in 30 Tagen
  • Mach einen Auftrag in der Hälfte der Zeit fertig
  • Geh 2 Mal pro Woche zum Training
  • Koche fünfmal die Woche
  • Arbeite bis dein Emaileingang keine Mails mehr hat

Die Liste könnte ich genauso wie du noch ewig weiter führen. Jeder kleine Schritt vorwärts ist ein Schritt vorwärts. Und vorne ist die Zukunft, also geht es in die richtige Richtung. Und selbstverständlich bist du herzlich dazu eingeladen an unserer Papierchallenge teilzunehmen. Setz dir selbst ein Anfangs- und Enddatum und dann leg los. An wen du nachher spendest oder was du mit dem Geld machst, bleibt natürlich dir überlassen. Wir wollen dir nur zeigen, wie es gehen kann und wie wir es umsetzen.

Schreibe uns gerne in die Kommentare, welchen Challenges du dich regelmäßig aussetzt oder was du was du für Herausforderungen annimmst um weiter zu kommen. Wir freuen uns auf deine Meinung und deine Erfahrungen!

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